Für sein Langzeitprojekt reist Alexander Mertsch regelmäßig mit dem Zug nach Venedig, eine Stadt, die er seit 2009 fotografiert, und die ihn nicht loslässt. Im Mittelpunkt stehen die Stadt selbst und ihre Bewohner: die echten Venezianer, die geblieben sind. Denn Venedig verliert sie, langsam, unaufhaltsam und ohne große Gegenwehr. Wohnungen werden verkauft oder zu Ferienwohnungen umgewandelt, die Mieten steigen ins Unerschwingliche, das Festland rückt näher. Was einst eine lebendige Stadt war, wird zur Kulisse – schön, begehrt und zunehmend entkernt, seelenlos.

Mertschs Bilder sind analog aufgenommen und bewusst zeitlos, man kann ihnen nicht ansehen, aus welchem Jahrzehnt sie stammen. Das ist Nostalgie, ja, aber auch der Wunsch, die Schönheit und Unschuld der Stadt und ihrer Bewohner noch einzufangen, bevor sie endgültig verschwinden.

Stadt: Venedig // Kunde: eigenes Projekt // Venedig im Nebel

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